Ausstellung über den NSU eröffnet
 
 
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Verletzliche Demokratie

Die Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" wurde am 1. April 2014 an der Beruflichen Oberschule in Ansbach feierlich eröffnet. Anhand von 22 Schautafeln, die eine biografische Herangehensweise ermöglichen, können sich Schülerinnen und Schüler sowie die Öffentlichkeit bis zum 11. April mit den Verbrechen des NSU sowie deren gesellschaftliche Aufarbeitung nach 2011 auseinandersetzen. Die Ausstellung wurde mit einem Vortrag der Diplom-Sozialwirtin Birgit Mair, die das Projekt im Auftrag des in Nürnberg angesiedelten Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. konzipierte, eröffnet.

Birgit Mair nahm selbst am Untersuchungsausschuss im Rahmen des Prozesses, der derzeit in München stattfindet, teil. Als problematisch stellte sie heraus, dass lange Zeit im Umfeld der Opfer, die fast ausschließlich über einen Migrationshintergrund verfügen, ermittelt wurde. Irreführend sei auch das Untersuchungsergebnis eines Spezialisten gewesen, der die Morde als zu grausam für unseren Kulturkreis einstufte und damit von einem rechtsradikalen Hintergrund ablenkte. Bereits im Jahr 2002 sei die „NSU“ als Organisation in rechtsradikalen Titeln erschienen. Rückschlüsse über einen Tatzusammenhang habe schließlich erst das NSU-Bekennervideo geliefert.

Auch Heinz Kreiselmeyer, Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e.V., thematisierte in seinem Grußwort, dass Fahndungspannen, Gedächtnislücken von wichtigen Zeugen und die Vernichtung von Akten des Verfassungsschutzes die Vermutung nahe legen, dass die Ermittlungsbehörden auf dem „rechten Auge blind“ gewesen seien.

Bürgermeister Hannes Hüttinger lobte das Engagement der Schule und bedankte sich dafür, dass die Wanderausstellung in Ansbach nun Premiere feiere.

Schulleiterin Heidi Hübner betonte, dass durch die Aufdeckung dieser Morde unser Glaube an die freiheitlich demokratische Grundordnung zutiefst erschüttert wurde. „Es wird klar, dass unsere Demokratie verletzlich ist und wir sie schützen müssen“, so Hübner.

Die Ausstellung kann nun im Rahmen des Unterrichts dazu beitragen, sich mit diesen wichtigen Themen auseinanderzusetzen. Die Klasse 11Sb hat dies bereits, indem sie im Geschichtsunterricht mit Ihrer Lehrerin Frau Zink einen Kurzfilm drehte: Dieser räumte mit gängigen Vorurteilen auf und lieferte Argumente gegen rechte Parolen.

Die musikalische Umrahmung dieser Veranstaltung übernahm Gerthold Mehnert, u.a. mit der Eigenkomposition „Impromptu“, die er extra für diesen Anlass komponierte.

Mirjam Liebel


 

 
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