Gefährliche Beifahrer
 
 
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Gefährliche Beifahrer

Gefährliche Beifahrer: Alkohol, Drogen, Medikamente

Lachen dringt aus dem großen Raum bei der Aula. Schülerinnen und Schüler aus sechs verschiedenen Klassen haben dort Unterricht der besonderen Art. Sie sitzen in einem großen Halbkreis. Auf dem Boden ist ein eigenartiges Muster aus Kreppband gezogen. Ein Schüler wird gebeten, auf dem unregelmäßigen Zickzack entlang zu gehen. Kein Problem! Oder? Im Normalfall nicht. Aber als der Proband eine Art Skibrille aufsetzt, geht es nicht mehr so einfach.

Im Anschluss an die Ausstellung „Schatten – Ich wollte doch leben!“, die vom 7. – 17. Oktober 2014 in der Fach- und Berufsoberschule Ansbach zu sehen war, wurden die Schülerinnen und Schüler am 21. und 22. Oktober mit einem Verkehrssicherheitsprogramm des ADAC Nordbayern e. V für eine ganz besondere Gefahrenquelle im Straßenverkehr sensibilisiert: Alkohol, Drogen und Medikamente.
Über den ADAC Nordbayern e.V. wurden der Schule zwei Fahrlehrer vermittelt. Sie erarbeiten mit den jungen Erwachsenen, wie sich Alkohol, Drogen und Medikamente auf das Gehirn auswirken. Mit Hilfe sogenannter „Rauschbrillen“ erleben die Schülerinnen und Schüler unmittelbar, wie schwer es auf einmal ist, den vorgegebenen Parcours zu absolvieren. Die Brillen suggerieren verschiedene Promillewerte. Darum suchen die jungen Erwachsenen nun mit den Händen auf dem Fußboden nach einer Münze, die alle umsitzenden Schüler mühelos sehen können.

Bei einer anderen Übung werfen sich die jungen Erwachsenen einen Ball zu – und erleben auch hier, wie sehr ihre Fähigkeiten durch die Rauschbrille eingeschränkt werden. Sie können die Entfernung zum Gegenüber nicht mehr richtig einschätzen. Sie reagieren verspätet auf den Zuwurf des Mitspielers. Der Ball wird zu hoch oder zu flach geworfen. – Wie gut, dass es die Balljungen und –mädchen gibt, die den Ball immer wieder aufheben und den Spielern in die Hand drücken, denn es ist – im vorgegaukelten Rauschzustand – gar nicht so einfach, sich zu bücken und etwas vom Boden aufzuheben.

Ganz klar: Wer nicht auf einer Linie balancieren kann; wer eine Münze nicht auf dem Fußboden sieht; wer bei einem Abstand von 2 bis 3 Metern nicht Ballspielen kann, der kann – und darf! – auch nicht mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Fahrrad fahren. Wie wenig Alkohol es dazu braucht, wurde den Schülern in den Gesprächsphasen zwischen den einzelnen Aktionen vermittelt. Eine für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hoffentlich ernüchternde Erkenntnis.

Das 1 ½ stündige Verkehrserziehungsprogramm beendet der Fahrlehrer mit der Aufforderung: „Versucht mal ein halbes Jahr ganz auf Alkohol zu verzichten. Fangt gleich jetzt damit an. Und überprüft mal für euch, wie es euch damit geht. Ihr müsst es niemandem erzählen. Wertet es einfach für euch aus!“

Tanja Rohse

 

 
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