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Professor Dr.  Henri Ménudier an der Fach- und Berufsoberschule Ansbach

 Eine Kooperation des Bezirks Mittelfranken und der Hanns Seidel Stiftung machte es möglich, den Politologen Professor Dr. Henri Ménudier, der zu den profiliertesten Politikwissenschaftlern Frankreichs zählt, an die FOS/BOS Ansbach zu vermitteln. Als Kenner des politischen Systems und der Geschichte Frankreichs und Deutschlands nach 1945 referierte Herr Ménudier zur aktuellen Situation der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik, bevor er sich den Fragen der interessierten Schüler aus dem Wahlpflichtfach Internationale Politik stellte.

Nach einem Grußwort von Herrn OStD Helmreich und einer kurzen Vorstellung der Hanns Seidel Stiftung durch deren Vertreter Herrn Gebhardt gab Herr Ménudier einen Überblick über die Deutsch-Französischen Beziehungen und stellte die 75 Jahre Feindschaft zwischen 1870 und 1945 den 75 Jahren Frieden zwischen 1945 und 2020 gegenüber. Als ständiger Begleiter der Regionalpartnerschaft zwischen dem Bezirk Mittelfranken und der Region Nouvelle Aquitaine betonte er die vielen sozialen Kontakte, die in den letzten 75 Jahren zwischen den Bewohnern der beiden Regionen geknüpft wurden, welche die Grundlage für ein friedliches Miteinander in Europa bilden. Eine Erfolgsgeschichte, nicht jedoch ohne das eine oder andere Missverständnis bzw. die eine oder andere verpasste Chance auf politischer Ebene. Als Beispiele führte Herr Ménudier das Scheitern der französischen Idee einer gemeinsamen europäischen Armee in den 50er Jahren ebenso an wie die fehlende Antwort der Bundesregierung auf Macrons Vorschläge zur Vertiefung der EU im Jahr 2017.  Ausgehend von diesen historischen Überlegungen stellte Herr Ménudier eine Verbindung zur aktuell wohl größten europäischen und sicherheitspolitischen Herausforderung her, dem Krieg in der Ukraine und der Reaktion der Europäischen Union bzw. der NATO.

Abschließend ging Herr Ménudier auf den Auslandseinsatz der deutschen und französischen Streitkräfte in Mali ein. Dabei leuchtete er den Hintergrund des Konflikts aus und erläuterte die Rollen der einzelnen Konfliktparteien. Hier verwies Herr Menudier auf die nicht unwesentliche Tatsache, dass auch russische Söldner der Wagner Gruppe in den Konflikt in dem westafrikanischen Krisenstaat involviert sind.

In der abschließenden Fragerunde nahm sich Herr Ménudier Zeit, um ausführlich auf die Fragen der Schüler:Innen zu Frankreichs Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union und zur Migrationspolitik zu antworten.

Mit viel Applaus würdigten die Zuhörer:Innen am Ende der Veranstaltung die Ausführungen des Politikwissenschaftlers und es zeigte sich einmal mehr, dass Schule auch außerhalb des Unterrichts gestaltet werden und informative Angebote machen muss.

Christian Krug, OStR

 

 

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