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Exkursion des Seminars „Macht“ ins Memorium Nürnberger Prozesse

Im Rahmen des Seminars „Macht“ unternahmen die Schülerinnen und Schüler am 2. Juli 2026 während der Blockphase des neuen Seminardurchlaufs 2026/27 eine Exkursion in das Memorium Nürnberger Prozesse. Im Mittelpunkt stand dabei das Teilthema „(Ohn)Macht der Justiz“, das anhand historischer und aktueller Beispiele näher beleuchtet wurde.

Zu Beginn besuchte die Seminargruppe den historischen Saal 600, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesse stattfanden. Eine eindrucksvolle Medieninstallation zum Thema „Prinzipien von Nürnberg“ verdeutlichte die Bedeutung dieser Prozesse für die Entwicklung des internationalen Völkerstrafrechts und der Menschenrechte.

Anschließend führte ein Rundgang durch die Ausstellung des Memoriums die Schülerinnen und Schüler durch die historischen Hintergründe der Nürnberger Prozesse sowie deren Auswirkungen bis in die Gegenwart. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle die Justiz bei der Aufarbeitung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit einnehmen kann, aber auch, welchen Grenzen sie unterliegt.

Im anschließenden Workshop „Der Nationalsozialismus vor Gericht“ arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen zu den Angeklagten Hermann Göring, Wilhelm Keitel und Albert Speer. Anhand der jeweiligen Anklagepunkte, Verteidigungsstrategien und Urteile setzten sie sich mit der Frage auseinander, wie individuelle Verantwortung juristisch bewertet werden kann.

Abschließend richtete sich der Blick auf aktuelle Herausforderungen des internationalen Strafrechts. Am Beispiel des Internationalen Strafgerichtshofs diskutierte die Gruppe dessen Möglichkeiten, aber auch dessen Grenzen. Insbesondere die schwierige Durchsetzung von Haftbefehlen gegen Staatsoberhäupter wie Wladimir Putin oder Benjamin Netanjahu machte die Ohnmacht internationaler Justiz in bestimmten politischen Konstellationen deutlich.

Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Denkanstöße und eröffnete vielfältige Perspektiven auf das Seminarthema. Gleichzeitig diente sie als wichtiger Impuls für die Entwicklung eigener Fragestellungen und die Auswahl eines geeigneten Themas für die anstehende Seminararbeit.

Kirsten Vates-Asheti

Marvin Holdenried