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Liebe Leserin, lieber Leser,

bekanntlich ist die Sprache das Medium und „Handwerkszeug“ schlechthin, um sich sowohl in der Schule als auch im Alltag verständigen zu können. Jede Lehrkraft weiß um die Kraft der Sprache im schulischen Kontext. Jedoch bringt die Umsetzung häufig einige Schwierigkeiten mit sich. Unter dem Motto „Jedes Wort wirkt!“ reflektierten wir, die Referendarinnen der FOS/BOS Ansbach mit unserer Seminarlehrkraft Frau Dr. Sill, den gezielten Einsatz dieses „Hand-Werk-Zeugs“. Wie ist es demnach möglich, Schülerinnen und Schüler im Unterricht Inhalte klar, präzise und wertschätzend mitzuteilen?

Im Rahmen eines zweistündigen Workshops unter Leitung von Frau Sigrid Strobel, Fachdozentin und Coach von Lingva Eterna, setzten wir uns mit der Wirkungsweise einzelner Wörter und ihrer Bedeutung auseinander. Zu Beginn reflektierten wir gemeinsam die persönliche Empfindung einzelner Begriffe wie „Sonne“, „Herbst“, „müssen“, „Lehrerzimmer“,… Einige der genannten Wörter wurden unterschiedlich interpretiert – sie lösten sowohl positive als auch negative Emotionen in uns aus. Dadurch wurde aktiv ein Bewusstsein für die Subjektivität der Wahrnehmung der einzelnen Teilnehmerinnen geschaffen. Und schon wurden konkrete Herausforderungen im Unterrichtsgespräch erkennbar – auch jeder Schüler interpretiert einzelne Wörter entsprechend seiner Vorerfahrung.

Unter dem Credo der drei „A’s“ – Ansprechen, Anschauen und Atmen führten wir praktische Übungen durch. Mittels Ansprechen des Schülers bzw. der Schülerin mit seinem/ihrem Namen, Anschauen durch Halten des Blickkontakts und einer gezielten Atempause wird nicht nur die Beziehung zwischen SchülerInnen und Lehrkraft gestärkt, sondern auch das Gesagte bedeutender. Leichter gesagt als getan! Erst nach wiederholter Durchführung gelang es uns, die scheinbar einfache Anweisung zielführend umzusetzen: „Ein Umgang mit herausfordernden Schülerinnen und Schülern gelingt leichter, indem man sich den Schülernamen mit einem Herz vorstellt.“ (Sigrid Strobel). Schmunzelnd wurden wir in einem Rollenspiel kreativ. Aus einem einfachen Martin[1] wurde ein Martin1 mit Herz auf dem „i“. So gelang es, den Schüler als Person wertschätzend anzusprechen, ohne sein unerwünschtes Verhalten gutzuheißen. Dementsprechend stellt Wertschätzung neben Präsenz und Klarheit eine der drei Säulen der bewussten Sprache in der Pädagogik dar. Demnach ist sowohl die Wortwahl als auch die Art und Weise der Aussprache grundlegend für ein gelingendes Lehrer-Schüler-Gespräch.

Resümierend bedarf es für eine sprachsensible Kommunikation im Unterricht Mut, alte Verhaltensweisen loszulassen und neue Techniken aktiv auszuprobieren. Besonders für uns Referendarinnen, die am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen, war der Workshop sehr hilfreich. Wir reflektierten unser bisheriges Auftreten und unseren sprachlichen Ausdruck im Unterricht, um zukünftig die „Kraft der Sprache“ im Unterricht voll ausschöpfen zu können - damit auch „Jedes Wort wirklich wirkt!“

Besonderer Dank gilt deshalb Frau Sigrid Strobel für die Gestaltung und Durchführung des angenehmen und vor allem lebensnahen Workshops. Ebenso danken wir Frau Dr. Sill, die diesen Workshop erst durch ihr Engagement ermöglichte! (Lisa Förster, Franziska Jokisch)

 

[1] Der Name ist fiktiv, er wurde aus Datenschutzgründen geändert.

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